Bahn erspart MVV-Kunden das Entwerten von Einzel- und Tagestickets
Anpassung an deutschlandüblichen Standard. Touristen werden nicht mehr zu unfreiwilligen Schwarzfahrern.
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© Deutsche Bahn AG Volker Emersleben
Wer im MVV-Gebiet bisher ein Einzel- oder Tagesticket löst, musste diese vor Fahrtantritt an einem Entwerter abstempeln. Vielen Touristen und auswärtigen Geschäftsleuten ist dieser zusätzliche Entwertungsschritt nicht bekannt. Bei einer Fahrkartenkontrolle werden sie unfreiwillig zu „Schwarzfahrern“. Die Deutsche Bahn hat das zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 geändert. Alle Einzel- und Tagestickets, die am DB-Fahrkartenautomaten gekauft werden, sind ohne zusätzliches Entwerten zum sofortigen Fahrtantritt gültig.
Die Bahn möchte mit dieser Änderung deutschlandweit zu einer Vereinheitlichung beitragen. In vielen Verkehrsverbünden, z.B. in Nürnberg, Frankfurt oder Hamburg, ist kein Entwerten von Einzel- oder Tagestickets notwendig. Und auch die Experten des Verbandes deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) empfehlen, die Tickets zum sofortigen Fahrtantritt auszugeben. Auch die Zahlen sprechen für die Änderung: die Bahn verkauft pro Jahr im Raum München rund 13 Millionen MVV-Einzel- und Tageskarten. Mit der Umstellung des Verfahrens werden nun 13 Millionen Entwertungsvorgänge gespart. Kunden müssen nicht mehr nach Entwertern suchen, die Gefahr des Vergessens ist ausgeschlossen.
Bei der Bahn gibt es pro Jahr im Raum München rund 75.000 Fahrgäste, die unwissentlich mit nicht entwerteten Einzel- oder Tageskarten unterwegs sind und dann im Fall einer Kontrolle als Schwarzfahrer gelten. Vor allem Touristen und auswärtige Geschäftsleute sind davon betroffen. Mit der neuen Regelung wird das Problem gelöst. Das ist eine deutliche Verbesserung des Kundenservices. Aber auch die Pünktlichkeit der S-Bahnen kann dadurch verbessert werden. Es kommt täglich rund 100 mal vor, dass sich Fahrgäste, die das Entwerten vergessen haben, die S-Bahntüren von Reisebegleitern aufhalten lassen, um an Unterwegsstationen das Entwerten nachzuholen. Solche unnötigen Verzögerungen werden nun vermieden.
Ein Vorverkauf von Tagestickets wird aber auch in Zukunft möglich sein. Beim Kauf eines Tagestickets am DB-Automaten muss künftig lediglich – wie auch jetzt schon z.B. beim Bayernticket – in der Menüführung das Datum geändert werden. Einzelfahrscheine werden am DB-Automaten allerdings nur noch zum sofortigen Fahrtantritt verkauft. In DB-Agenturen und Reisezentren werden vorerst aber noch Einzel- und Tageskarten verkauft, die erst mit dem Stempeln am Entwerter gültig werden. Für die Fahrgäste ist die Neuerung unverwechselbar: Ab dem 11. Dezember werden die Einzel- und Tagestickets am DB-Automaten im Querformat ausgegeben. Somit ist ein Entwerten gar nicht mehr möglich. Außerdem gibt es deutliche Hinweise im Automatendisplay beim Kauf und auf den Tickets selbst. Gute Erfahrungen hat die Bahn bereits mit dem Airport-City-Day-Ticket gemacht, das entwertet verkauft wird. Seit Dezember 2009 wurden davon rund eine Million Stück verkauft, und die Beschwerden wegen unfreiwilligen „Schwarzfahrens“ sind seitdem auf den Flughafen-Linien deutlich zurückgegangen.
Bei den Streifenkarten ändert sich nichts. Sie werden auch zukünftig – wie überall in Deutschland, wo es Streifenkarten gibt – an den DB-Automaten ohne Entwertung ausgegeben.